Mit Wissen helfen -- sich selbst und anderen


Im Folgenden beispielhaft einige Erfahrungen, die mir keine andere Wahl ließen als "Rotkäppchens Schweigen" und dann den Elternratgeber zu schreiben:



Ein Mädchen kämpft seit Jahren gemeinsam mit seiner Mutter einen verzweifelten Kampf. Sie sagt, ihr (geschiedener) Vater missbraucht sie, und sie will ihn nicht mehr besuchen müssen. Sie ist sehr krank, leidet an Flashbacks, dissoziativen Zuständen, Albträumen und ingesamt einer voll ausgebildeten posttraumatischen Belastungsstörung. Therapeuten und Ärzte bescheinigen ihr das und dass die Symptomatik zu ihren Aussagen passt. - Doch der gesellschaftlich einflussreiche Täter lässt ihr keine Ruhe. Gerichte und Ämter treffen unglaubliche Entscheidungen gegen den Willen des Kindes. Die "großen Entscheider" behaupten - ohne jegliches ärztliches Gutachten -, die Mutter hätte dem Kind alles eingeredet. Doch das Mädchen bleibt bei seiner Aussage und hat Angst, Angst, Angst. -- Kann sich einer vorstellen, was so ein Kind durchmacht?


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 „Solche Kindheitsfantasien höre ich mir überhaupt erst gar nicht an!“, bestimmte ein Richter am Amtsgericht in Landau vor einigen Jahren und verweigerte dem erwachsenen Opfer sexuellen Missbrauchs die Schilderung der Taten, das Vorlegen von Tagebüchern oder die Anhörung verschiedener Zeugen, die die Aufrichtigkeit ihrer Anschuldigungen belegt hätten. Das Opfer, eine junge Frau, war von ihrem eigenen Vater, einem angesehenen Bürger der Stadt, wegen angeblicher Verleumdung vor Gericht gebracht worden, nachdem sie ihn des sexuellen Missbrauchs beschuldigt hatte. Chancenlos vor diesem Richter musste das Opfer in einen Vergleich einwilligen. Sie verlor ihren Erbanspruch und durfte nie wieder behaupten, ihr Vater habe sie missbraucht.

 

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Andererseits werden Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs allzu oft erst gar nicht geführt bzw. Strafverfahren nicht eröffnet oder vorzeitig eingestellt. Beweismöglichkeiten mit modernsten wissenschaftlichen Methoden (Hirnforschung) werden nicht einmal erwogen.

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„Ich will Ihnen ja Ihren Missbrauch nicht nehmen, aber …“, sagte mir einmal ein Arzt. – Wie gerne hätte ich ihm „meinen Missbrauch“ gegeben, wenn ich gekonnt hätte.


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 „Multiple Persönlichkeiten gibt es nicht, alles nur eine Erfindung von Therapeuten“, wurde im Jahr 2003 über die ARD verbreitet. Dazu muss man wissen, dass fast alle sogenannten „Multiplen“ in ihrer Kindheit sexuellen Missbrauch erlebt haben und angesichts der Qualen und inneren Konflikte das Unerträgliche zu vergessen suchten, indem sie es als verschiedene, voneinander getrennte Persönlichkeiten erlebten.
Ich sah diesen ARD-Film zusammen mit einer Freundin, die sich ein paar Jahre später das Leben nehmen würde. Zur Zeit der Ausstrahlung der angeblichen „Dokumentation“, in der natürlich amerikanische Anwälte und ihnen zur Seite stehende Wissenschaftler zu Wort kamen, saß ich mit meiner Freundin zuhause, die seit Wochen dem Tod näher war als dem Leben – seit ihre Erinnerungen an schrecklichen Missbrauch nach Jahren der Amnesien wieder aufgetaucht waren und seitdem ihr „andere Persönlichkeiten“ bewusst geworden waren, als die sie Kinderpornografie und rituelle Gewalt erlebt hatte. – All das gab es laut diesem Film überhaupt nicht, nur als „Wahn“ und Suggestion durch Therapeuten. Aber zum Beispiel bei meiner Freundin gab es nirgends einen Therapeuten und weder sie noch ihre Freundinnen hatten von solch abscheulichen Formen des Kindesmissbrauchs irgendetwas gehört, bevor sie sich daran erinnerte.

 

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Der Täter, der mich als Kind missbraucht hatte, erklärte allen Bekannten und Verwandten, dass ich ihm sexuellen Missbrauch vorwerfe, dass es aber wissenschaftlich erwiesen sei, dass ich mir das nur einbilde. Ich bekam ein Buch geschenkt, das mir zeigen sollte, wie das alles bei mir passiert sei. Beim Lesen fielen mir fast die Augen aus dem Kopf über die Überheblichkeit und Dreistigkeit mit der da gelogen wurde und über den Hohn mit dem Opfer und ihre Helfer behandelt wurden. – Wer nicht selbst Opfer ist, mag diesen Hohn vielleicht nicht spüren, vor allem, wenn er den raffiniert aufgebauten Lügen Glauben schenkt, aber mir verursachte es körperliche Schmerzen.

Auch in Tageszeitungen und Magazinen fand ich all das als anerkannte „Wahrheit“ zum Thema.

 

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Es blieb mir wirklich nichts anderes übrig, als diese „Wahrheit“ möglichst fundiert und grundlegend zu widerlegen. Deshalb habe ich „Rotkäppchens Schweigen“ geschrieben. Und die Notwendigkeit für den Elternratgeber ergab sich für mich dann durch die erschütternden Fälle, mit denen ich nach dem ersten Buch zu tun hatte.